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19 Jan 2014 - 00:01:00

Mythologie als Proto-Psychologie

Mythologie kann wie ich meine als Proto-Psychologie betrachtet werden.
Ein wundervoll geschwollener Satz, aber was ich damit meine ist recht simpel.
Vergleichbar wäre dieser Umstand übrigens mit der Alchymie, welche widerum eine Proto-Naturwissenschaft verkörpert (Erfahrene Alchymisten dürfen mich gerne korrigieren).
Die Vorsilbe Proto deutet hier einfach nur an, dass es sich um einen Vorläufer handelt.
Aber warum genau sollte Mythologie nun ein Vorläufer der Psychologie sein?

Nun, was tut die Psychologie grob umschrieben?
Sie analysiert Bewusstseinsinhalte und deren Bedeutung für die Entwicklung.
Nichts anderes versucht auch die Mythologie in erster Linie.
Hier werden Bewusstseinsinhalte jedoch nicht analystisch sondern abstrakt oder personifiziert dargestellt. Urängste werden als mystische Bestien dargestellt.
Archetypische Bedürfnisse werden zu abstrakten Gegenständen.

In vielen Fällen lässt sich diese Beziehung sogar sehr direkt verfolgen.
So wurde die mythologische Figur des Narziss, mit der Schilderung seiner krankhaften Selbstliebe,
zum direkten Namensgeber des Narzissmus.
Man muss hier also gar nicht erst um die Ecke denken.
Die Verwandtschaft ist sogar eher offensichtlich.
Wird in der Magie leider dennoch oft kaum beachtet.

Auch die Manifestation vom Urängsten, lässt sich hier sehr leicht ausmachen.
Ein typisches Bildnis wäre hier wohl der Wolf, welcher ungestüme animalische Wesenszüge verkörpert. Ein eher positiver Aspekt wäre widerum der Drache, welcher oftmals mit Weisheit assoziiert wird. Solche Personifizierungen dienen also nicht nur den Ängsten sondern gleichermaßen den Ideallen.

EIne weitere typische Artung wäre die phallische Darstellung als Schwert oder Insignie, als Ausdruck von Potenz und Dominanz. Ebenso wei ein Kelch als Fruchtbarkeitssymbol verstanden werden kann.
Beispielgebend in der Magie wäre hier zum Beispiel die Darstellung der Elemente durch Kelch, Stab, Münze und Schwert. Man sollte solche symbolischen Inhalte nicht sturr durch die Deutungszuweisen einer bestimmten Ideologie bemessen, sodern einer gezielten Betrachtung unterziehen.
Die Psychologie ist hier ein sehr wertvolles Instrument, das nicht verkannt werden sollte.
Zwanghaft alternative Magie ist meiner Meinung nach wertlos.
Es ist eine Schande moderne Betrachtungen auszuklammern.
Das bedeutet nicht traditionelle Ideologien zu verwerfen, aber ich halte es für sehr wertvoll diese zu ergänzen. Alles andere bedeutet sich selbst in einer philosophischen Vergangenheit einzusperren,
um gegen die Moderne zu protestieren.

Was ich damit jedoch nicht sagen möchte, ist das man die Mythologie auf solche rationalen Ansätze reduzieren muss. Sie hat eine sehr eigene Dynamik, welche durch viele Kulturen über einen langen Zeitraum geprägt wurde. Ganz abgesehen davon hat der Mensch eine Art persönliche Mystik, welche er versuchen sollte für sich zu offenbaren. Gerade daraus leiten sich Vorlieben für bestimmte Symbole und Ähnliches ab, die in magischen Operationen sehr hilfreich sein können und auch bei der Deutung unschätzbar wertvoll sind.
Worauf man hier blickt, ist nicht weniger als eine Bildsprache der persönlichen Entwicklung.
Bestimmte wiederkehrende Symbole sollten also sehr bewusst beachtet werden.
Selbst äußere Erscheinungen haben hier einen gewissen Aussagegehalt, da die Aufmerksamkeit selbst der Gewichtung solcher Schwerpunkte folgt.

Die Mystik kennt also durchaus eine eigene Dynamik die ich an dieser Stelle nicht ausnüchtern möchte, allerdings halte ich es für wichtig sich ihre Berührungspunkte mit anderen Gebieten zu vergegenwärtigen. Davon kann man sehr stark profitieren, statt ratlos auf unbewusste Darstellungen zu starren.

Die Mythologie hat natürlich ihre Schwächen gegenüber der Psychologie und soll keinen Ersatz darstellen..

Gar keine Frage. Sie ist nämlich abstrakter.
Sie besitzt jedoch auch eine besondere Stärke.

Die Schwäche der Psychologie ist es nämlich sehr klar und formuliert zu sein.
Das macht sich deutlich.
Dadurch lässt sich das Bewusstsein sehr gut auswerten.

Man muss jedoch auch bedenken, dass das Unterbewusstsein, dem der größere teil der Psyche angehört,
eben nicht klar formuliert. Es funktioniert durch Inhalte. Es ist auch nicht obektiv.
Seine Perspektive ist immer egozentrisch und aus seiner Warte ist alles belebt.
Die Mythologie folgt genau diesem Schema.

Das selbe gilt übrigens auch für die Magie.
Alles ist darin personifiziert und Inhalte werden als Eigenleben wahrgenommen.
Einfacher ausgedrückt wird dabei alles auf die Lebendigkeit reduziert und ausgedehnt.
Jede Analyse wird zu einem Dialog.

Ängste werden darin beispielsweise nicht analysiert, sondern personifiziert wahrgenommen.
Man sollte sich also davor hüten zu dem Schluss zu kommen:
"Durch die intelligente Auffassung kann ich auf Mythologie gerne verzichten".
Nein, kannst du eben nicht. "Du" hast nur nicht verstanden wie dein Unterbewusstsein funktioniert.
Und dieses hat mit der Magie viel mehr zu tun als dein Bewusstsein.
Das ist ein Fakt, ob man mir nun glaubt oder nicht.

Das ist auch der entscheidende Punkt beim Konzept der "Egolosigkeit".
Ich will das nicht entwerten. Das ist eine bestimmte Philosophie.
Allerdings ist es ein Ideal, eine moralische Vorstellung - und Moral ist nun mal ein Konstrukt.
Das Unterbewusstsein kann gar nicht anders als egoistisch zu sein.
Es funktoniert auf diese Weise. Es formuliert nicht, sondern es erfühlt und speichert.

Jetzt darf man raten warum gerade "egoistische" Menschen, oft meinen sie respektieren einfach ihr Seelenleben.
Sie haben diese Gegenwärtigkeit verstanden. Das ist mit schlichter Logik zu erklären.

Das bedeutet nicht man dürfe keine Ideale haben die anders lauten.
Allerdings ist das eine Reflektion. Eine Spiegelung des egoistischen Unterbewusstseins im zur Objektivität fähigen Bewusstsein. Daran ist auch nichts falsch. Beides hat seinen Sinn.
Aber ich wäre umsichtig zu entscheiden was schlecht ist (das Ego), wenn ich die eigenen Gesetzmäßigkeiten nicht verstehe.

Simple Logik und auch die ist reflektiert. Sie kann also das Bewusstsein mit seiner Moral nicht wentwerten.
Aber! Sie macht einen Knicks vor dem Egoismus. Denn er ist die Mutter der Logik!

Ob man das annimmt, ist ihr egal.
Es ist eine langmütige Mutter.

Prädator · 306 mal angesehen · 0 Kommentare
Kategorien: Psychologie
Schlüsselwörter (Tags): Schlüsselwörter (Tags) Magie Schlüsselwörter (Tags) Mythologie Schlüsselwörter (Tags) Psychologie
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