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21 Jan 2014 - 00:01:29

Gottesvorstellungen

Vorstellungen über das Göttliche, wenn ich mal diesen semi-neutralen Begriff wählen darf, sind von einigen Eigenheiten begleitet. Sobald man jemandem die Gretchenfrage stellt, erhält man im Regelfall eine von zwei standartisierten Reaktionen.

Die erste besteht aus einer Gegenfrage, die in einem Klageschrei einwirft, wie es denn einen Gott geben könnte, der all das Leid auf dieser Welt toleriert.

Die zweite entgegengesätze Reaktion, bezieht ihre Substanz der Behauptung daraus, dass es einfach einen Gott geben muss, weil es eigentlich nur um das eigene Sicherheitsbedürfnis geht, welches man an dieser Stelle kompensiert wissen möchte.

Natürlich sind dies nicht die einzigen Reaktionen, aber ich meine sie sind in dieser Form am häufigsten zu beobachten. Das wirft widerum sehr interessante Folgefragen auf, wenn man die eigentlich primitive Frage etwas intelligenter ausleuchten möchte.

Zunächst mal finde ich witzig wie zwanghaft unsere Gottesvorstellungen oft an eine Projektion des Selbstbildes geknüpft sind. Denn genau das ist der allmächtige Gott. Eine religiöse Vorstellung des Übermenschen mit Omnipotenz.

Wenn man nun das Für und Wider eines solchen Gottes nach ethischen Gesichtspunkten für sich selbst abwägt, kommt wohl nur wenigen ein sehr simpler Gedanke.
Was wäre wenn Gott eben nicht allmächtig wäre?

Das ist eigentlich eine recht logische Schlussfolgerung.
Doch diese ist eben weder dem eigenen Bedürfnis nach Sicherheit sonderlich dienlich, noch taugt es als Richtspruch für eine unmoralische Gottheit.
Dennoch ist genau das die Annahme der ich mich eben nicht erwehren kann. Gott ist eben nicht allmächtig.

Was lässt sich aber dann noch über diesen Gott behaupten? Nun, man kann sagen Gott ist ein Simulakrum. Das Scheinbild durch eine begrenzte Vorstellungskraft eines eigentlich unverständlichen Phänomens. Gott, ist ein abstrakter Begriff um eine reigentlich völlig übergriffigen Vorstellung Gestalt zu verleihen.

Was Gott ist, lässt sich somit abseits von Glaubensvorstellungen eigentlich kaum beantworten.
Man kann jedoch mit einiger Wahrscheinlichkeit ausschliessen was er nicht ist. Das wäre ein Mensch mit Allmacht.

Damit möchte ich Gott nicht zu einem völlig unpersönlichen Phänomen relativieren. Ich glaube (Achtung Ironie) eben doch dass die Eigenschaften des Menschen gewisse Rückschlüsse auf ihn erlauben. Jedoch ist er nicht mit einem Menschen gleichzusetzen.
Das erscheint mir einfach unlogisch.

Ebenso wenig möchte ich die Existenz Gottes verneinen. Wenn man mit diversen Erscheinungen konfrontiert wurde, wird das ohnehin schwierig.
Die wesentlich interessantere Frage ist dann jedoch, "Was genau ist Gott?". Eine Selbstprojektion als Übermensch wird mir jedoch kaum eine Antwort bieten.

Wenn ich sämtliche religiöse Gefühlchen ausklammere, wird diese Fragestellung ohnehin rein spekulativ.
Die einzige Annahme die ich hier noch für mich beanspruche, ist dass das Phänomen welches wir in personifizierter Form als Gott bezeichnen, nicht mehr oder weniger ist als die Gesamtheit des Bewusstseins in sämtlichen Formen.

Das ist kein Versuch Gott in materialistische Vorstellungen zu zwängen. Ich denke sehr wohl dass dieses holistische Bewusstsein ein eigenes Wesen als "Individuum" besitzt. Allerdings ist es wohl ebenso sinnvoll mit dem Menschen zu vergleichen, wie dieser mit einem Goldfisch.

Rückschlüsse auf Gott durch das eigene Selbst halte ich durchaus für sinnvoll. Immerhin bin ich ebenfalls eine Form von Bewusstsein. Doch eine subtile Gleichsetzung ist einfach nur egozentrisch.
Was aber natürlich in unserem Wesen verwurzelt ist.

Ich würde sogar behaupten das keine Erscheinung von Bewusstsein als von Gott getrennt betrachtet werden kann. Ich bin Gott, wenn ich so möchte.
Allerdings reduziere ich das Phänomen durch diese Behauptung widerum auf das eigene Gewahrsein.
Also sagen wir einfach "Ich bin nicht als von Gott getrennt zu betrachten".

Die nächste Frage wäre anschliessend, wenn Gott eine Gesamtsumme des Bewusstseins ist, was ist dann Bewusstsein? Nun, es ist ein etwas esoterischer Ansatz aber eigentlich ist wohl entweder alles eine Form von Bewusstsein, oder es ist zumindest mit dem Selbigen verwoben.

Damit wäre Gott selbst die mystische Kraft, welche der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller Alchemisten war, bei der großen Frage, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.

Zusammenfassend kann man wohl nur sagen, Gott ist die Summe allen Bewusstseins und die Quelle der Schöpfung. So unkonventionell ist das doch gar nicht.

Allerdings habe ich die starke Vermutung, dass Gott eigentlich einen sehr passiven Charakter hat.
Zumindest dem weltlichen Verständnis nach.

Das streben nach Macht ist ein Wesenszug des Menschen. Bedingt durch den Drang der Eroberung und Kontrolle seiner Umwelt.
Für einen Gott der die Welt quasi in sich trägt, wäre das jedoch eine unlogische Eigenschaft.

Mehr lässt sich dazu eigentlich kaum sagen.
Prädator · 60 mal angesehen · 0 Kommentare
Kategorien: Philosophie, Genien
Schlüsselwörter (Tags): Schlüsselwörter (Tags) Gott Schlüsselwörter (Tags) Magie
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